Auf dem Weg nach Seltún.

Das Licht und die irgendwie immer tief hängenden Wolken faszinieren mich auf Island jedes Mal aufs Neue. Eine Art nicht enden wollendes Staunen über die Schönheit der Landschaft, der Natur. Ich habe ganz selten einen durchgängig grauen Tag erlebt. Auch wenn es hin und wieder recht heftig regnet, ist irgendwo immer ein Leuchten am Himmel, gibt es gewöhnlich am Horizont einen Regenbogen. Man muss nur lange genug danach suchen. Ich behaupte, kein Tag ohne Regenbogen.

Die herbstlich tief liegende Sonne gab ihr Bestes,

um die Tage zu verschönern. Bald verabschiedet sie sich für den größten Teil des Tages. Vielleicht wollte sie Isländer und Gäste mit diesem Gedanken versöhnen.

Von Grindavik und dem Meer kommend

fuhren wir auf der 427 in Richtung Osten. An der Straße 42 bogen wir links ab und danach war es nicht mehr weit. Dieser Weg führt in den Norden der Halbinsel Rekjanes in Richtung Hafnarfjörður. Nach wenigen Kilometern Fahrt durch Vulkanlandschaft, kleinen und größeren Kratern erreichten wir Seltún. Schon aus der Ferne sahen wir ein funkelndes schwefelgelb an der Oberfläche des Bodens und aufsteigende Rauchschwaden, also alle die Dinge, die ich an geothermalen Regionen so liebe.

Zuerst hielten wir auf dem Parkplatz am Grænavatn.

Ein türkisblau bis grünlich gefärbter See. Ein vermutlich über sechstausend Jahre alter Explosionskrater, der geschaffen wurde als Grundwasser und heiße Magma zusammentrafen. Die Folge war eine Wasserdampfexplosion, bei der eine trichterförmige Mulde entstand (auch Mar genannt). Interessant daran ist, dass seine Form bzw. Gestalt der Menge Gestein entspricht, die durch die Explosion im Umland verteilt wurde. Auch wenn der See, relativ gesehen, klein ist, es muss ein gewaltiges Ereignis gewesen sein. Der See hat einen Durchmesser von rund dreihundert Metern und seine Tiefe mindestens vierunddreißig Metern (die Angaben sind recht verschieden).

Gesteine am Boden lassen vermuten,

dass das Zusammentreffen von heiß und kalt in einer Tiefe von mindestens zwei bis drei Kilometren stattfand. Mare können auch mit Oberflächenwasser gebildet werden, hier war es definitiv Grundwasser. Die Farbe resultiert vor allem von Kieselgur (Ein Sedimentsgestein gebildet aus Kieselalgen und deren Schalen, welches zum großen Teil aus pulverförmigen Siliziumdioxyd besteht), das einen hohen Bestandteil organischer Reste in sich trägt. Sehr schön anzusehen. Wir nahmen denn See als Ausgangspunkt für eine kurze Wanderung. Mehr dazu im nächsten Post.

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