Auf dem Weg zum Faxifoss (Vatnsleysufoss).

Auf dem Weg zum Faxifoss (Vatnsleysufoss).

Es gibt drei

oder mehr Gründe in dieser Region unterwegs zu sein. Für die meisten Besucher des Landes ist es, vermutlich die Nähe zur Golden-Circle Tour. Auf einer Reise durch den Süden Islands steht der Gullfoss mit den unbändigen Wassermassen, die sich durch den Hvítá-Canyon in die Tiefe stürzen, gewiss ganz oben in der Hitparade der Sehenswürdigkeiten. Ein weiterer in doppeltem Sinne heißer Kandidat darauf ist Strokkur, der kleine Bruder des großen Geysirs. Dessen impulsartiges Aufwallen alle zehn Minuten zur größten Verzückung aller Zuschauer führt. Er ist quasi nur einen Steinwurf entfernt.

Daneben kann unweit dieser heißblütig,

turbulenten Manifestation der Natur eine ganz andere, nämlich historische Dimension Islands auf Skálholt erlebt werden. Dieses Dreigestirn gibt dieser Region seine touristische Bedeutung. Zusätzlich erkunden viele Urlauber das Areal, auf der von ihnen bevorzugten Weise: Wandern, auf dem Rücken eines Islandponys oder mit dem Rad. Die Möglichkeiten den passenden Weg zu finden sind vielgestaltig.

Der dritte Grund beschreibt ebenfalls eine Liebe zur Natur,

zur Ruhe und Gelassenheit. Eine andere Dimension. Der nahe gelegene Fluss Tungufljót entspringt nahe dem See Sandvatn und verbindet diesen mit der Hvítá. Dieser Fluss Tungufljót ist bekannt für Forellen und Lachs. Er ist damit ein gutes Ziel für diejenigen, die gerne fischen. Die Angelsaison überspannt den Zeitraum von April bis Mitte Oktober.

Es gibt also viele Beweggründe die Region Suðurland zu besuchen.

Das Motiv genau diesen Weg zu wählen, war eine Mischung aus Entdeckerfreude für die Vielgestaltigkeit und atemraubenden Schönheit dieser Landschaft und der Wunsch nach noch mehr Wasserfällen. Diese der Schwerkraft zugewandten Wassermoleküle begeistern mit ihrem mutigen Sturz in die Tiefe immer, immer wieder. Ich werde irgendwann während eines Island- Aufenthalts süchtig nach dem rauschen, der Eleganz ihres Absprunges oder auch der Kraft und Energie, die sie dabei formulieren.

Wir erreichten den Faxifoss vom Gulfoss kommend über die die Straße 30, nahmen dann links abbiegend den Weg über die 30, um später auf die 358 abzubiegen. Kurz nach dem Erreichen der 35 und einem weiteren Abbiegen nach links in Richtung Reykholt / Skálholt gelangten wir an den Faxifoss.

Faxifoss Wasser

Er ist kleiner als der Gullfoss, trotzdem nicht minder interessant. 

Am Rande des Wasserfalls verläuft eine Fischtreppe, die im Herbst jahreszeitbedingt nicht mehr genutzt wurde. Es wäre aufschlussreich treppensteigenden Fischen einmal zuzusehen. Würde ich gern tun. Der zweite und fast wesentlichere Grund ist, es war bis auf einen kurz haltenden Bus, der seine Gäste zum fotografieren kurz auswarf, dann aber sofort wieder einsammelte niemand vor Ort. Die Möglichkeit des Erkundens, am Rande des Abgrundes zu stehen, dem Fall fast jedes einzelnen Tropfens aus der Nähe zuzusehen, hatte an dieser Stelle kein Limit, keine Abgrenzung, keine geführten Wege. Vielleicht ist es auch hier der Wunsch nach Authentizität, zumindest gefühlter, warum ich solche Augenblicke so liebe. Grandios!

Menü schließen