Auf der kleinen Insel Grótta.

Wir hatten Glück.

Ohne einen vorherigen Blick auf den Gezeitenkalender erreichten wir die westlichen Tore von Islands Hauptstadt Reykjavik. Dort befindet sich die Halbinsel Seltjarnarnes umgeben von der Bucht Faxaflói. Das winzige Eiland Grótta mitsamt ihrem Leuchtturm liegt mit einem Damm verbunden vor Seltjarnarnes. Nur bei Ebbe kann man das Inselchen sicher erreichen.

Vor Ort hatte ich eine Vermutung und habe später die Bestätigung hierfür gefunden:

Grótta und Seltjarnarnes waren bis 1788 aufs Engste miteinander verknüpft. Ein schmaler Zipfel Land, der von Seltjarnarnes ein Stück in den Atlantischen Ozean hereinragte. Am 9. Januar 1788 kam Básendaflóðið, eine massive Flut, und veränderte die Küstenlandschaft folgenschwer. Es war eines der größten und gewaltigsten aufgezeichneten Naturereignisse dieser Zeit. Die Ergebnisse waren zerstörte Häuser, ertrunkenes Vieh, nachhaltige Überschwemmungen und zerborstene Boote.

Aus dem Festland wurde eine kleine Insel. 

Der verbindende Damm Gróttugrandi war gut begehbar, der weithin sichtbare Leuchtturm schnell erreicht. Im Jahr 1897 errichtete man an diesem Ort den ersten Leuchtturm, der heutige Turm wurde 1947 gebaut. Die Insel steht seit 1974 unter Naturschutz.

Grótta ist eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel.

Sie kommen aus Grönland, von den arktischen Inseln oder Kanada legen hier einen Zwischenstopp ein. Vor allem Wasservögel zieht es hierher (Singvögel benötigen für die Aufzucht ihrer Nachkommen Bäume als Nistplätze, die auf Island eher rar sind). Sie finden hier günstige Lebensbedingungen und ausreichend Nahrung, um ihren Nachwuchs auszubrüten und aufzuziehen. Von Anfang Mai bis Ende Juni nisten unzählige Brutpaare auf diesem kleinen Flecken Erde. Grótta, ebenso Teile der Wiesen und der nahe Teich Bakkatjörn dürfen während dieser Zeit nicht betreten werden.

In der dunkleren Jahreszeit gilt die Region als gute Adresse,

um Nordlichter zu erspähen. Der Horizont ist dunkler als mitten in Reykjavik (logisch) und man ist trotzdem gar nicht so weit weg von der Stadt. Geheim ist dieser Tipp, wie ich in unzähligen Veröffentlichungen gelesen habe, allerdings nicht. Aus eigenen Erfahrungen kann ich nur sagen: Denkt daran, ein Stativ mitzubringen. Es erleichtert vieles.

Wie komme ich dorthin? Für Autos gibt es Parkplätze oder mit dem Bus Nr. 11 zur Lindargotu Road. Von dort aus sind es ca. fünf Minuten Laufweg.

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