Der Berg Valahnúkur.

Der Berg Valahnúkur.

Immer noch an der südwestlichen Spitze von Reykjanes betrachteten wir nun den Berg Valahnúkur ein wenig näher. Auch er ist, wie letztendlich die gesamte Fläche dieser Spitze (letztendlich die gesamte Insel Island) das Zeugnis einer Eruption. Der Berg entstand bei einem einzigen Vulkanausbruch und bildet die unterschiedlichen Phasen des Verlaufes ab. Er besteht aus Tuffgestein, Kissenlava (Pillowlava) und Brekzie.

Tuff entsteht immer dann,

wenn sich die austretende Lava rasch abkühlt. Diese Lava kam mit einer explosiven Eruption an die Erdoberfläche. Eine Mischung aus Lavagestein und Vulkanasche erkaltete dann im Wasser von einer Temperatur um 1200 Grad sehr schnell, dass keine Bildung großer Kristalle einsetzen konnte. Im Gestein vorhandene Gase hinterlassen Hohlräume.

Weiter unten im Berg befinden sich Schichten aus Brekzie,

entstanden aus Gesteinstrümmern, die sich untereinander verbinden. Solche Schichten entstehen, wenn Schlacke und Asche sich in einer Schräglage sammeln und dann weiter den Hang hinunterrutschen.

Der dritte Bestandteil Pillowlava

bildet sich vor allem bei Eruptionen unter Wasser oder dicken Eisschichten. Lava erstarrt hierbei in Form von Kissen. Eine Gesteinsformation, die sehr häufig am Mittelozeanischen Rücken auftritt. Diese Kissen kühlen sich im äußeren Bereich deutlich schneller ab, als in ihrem Inneren. Durch den Wasserdruck wird das Gas aus der flüssigen Gesteinsmasse gerieben. Sie sind hier oft mehrere Meter lang aber meist nur zehn bis dreißig Zentimeter im Durchmesser. Mann nimmt an, dass sich diese Kissen bei einem Eispanzer bildete.

Auf dem Valahnúkur stand der erste isländische Leuchtturm.

Es wurde 1878 erbaut und bereits neun Jahre später bei einem Erdbeben beschädigt. Da sich gleichzeitig das Kliff veränderte, Gestein abbrach und der Turm immer näher zum Abgrund wanderte, wurde er durch einen neuen Leuchtturm ersetzt. 1908 riss man das Gebäude des alten Leuchtturms ab. Bis vor kurzem war es möglich, über Stufen auf die Kliffkante hinaufzusteigen. Bei unserem Besuch war dieser Aufgang gesperrt. Ich habe später gelesen, dass sich auf dem Berg wohl eine gefährliche Spalte gebildet hat und man die Sicherheit vor das Vergnügen des Ausblickes setzt. Zumindest eine der Nachbarklippen konnten wir besteigen. Ein schöner Ausblick über Küste und die verschiedenen Felsformationen aus Lavagestein geformt von Wasser bzw. Wind.

Wenn ich es mir recht überlege,

ist dies auch ein Fazit unserer Reise im Herbst 2017. Als wir vor zehn Jahren auf Island waren, gab es diesen großen Besucheransturm noch nicht. Viele der Sehenswürdigkeiten waren einfach da und es war der Einschätzung des gesunden Menschenverstandes eines jeden überlassen, ob er sich einer Gefahr aussetzen will oder nicht. Dies funktioniert sicherlich so lange gut, bis überall ganze Busse mit neugierigen Besuchern auftauchen. Für diese Menge braucht es klare Wege und viel mehr Regelwerk, damit sich niemand beim Selfie-posieren verletzt. Muss wahrscheinlich so sein.

Unterhalb des Berges führt über eine Treppe auf einen Wanderweg. Leider fehlte uns ein wenig die Zeit diesem Pfad zu folgen. 

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