Der Weg zum Skaftafell-Nationalpark.

Nach unserem Besuch in Seyðisfjörður

ging unser Weg weiter über die östliche Ringstraße und die Ostfjorde zum Skaftafell-Nationalpark. Zuerst mussten wir, vorbei an unendlich vielen Wasserfälle, natürlich über den Pass zurück nach Egilsstaðir. Von dort aus in Richtung Süden. Die Fläche der Ostfjorde ist lange nicht so groß und zerklüftet, wie das Pendant auf westlicher Seite Islands. Sehr ähnlich ist allerdings, dass es auf beiden Seiten der Insel sehr einsam ist. Da ein großer Teil unseres Urlaubes zu diesem Zeitpunkt schon vorbei war, konnten wir nicht das gesamte Areal dieser Küste abfahren. Wir mussten es auf den nächsten Besuch des Landes vertagen. Was wir unterwegs gesehen haben, war wiederum eine grandiose Landschaft.

Auf dem ersten Abschnitt des Weges

hatte sie sich hinter dicken Wolken versteckt. Einmal mehr stellten wir fest, dass diese Wetterlage im isländischen Sommer in den Bergen gar nicht so selten auftritt. Da wir fast allein unterwegs waren, bekam die Landschaft dadurch etwas sehr Geheimnisvolles. Die Sicht auf den Vatnajökull Gletscher begleitete uns den letzten Teil der Strecke. Es ist der größte Gletscher Islands und außerhalb der Polargebiete das größte Eisfeld Europas. Hier gibt es das berühmte Zusammentreffen von Feuer und Eis. Unter dem Vatnajökull liegen 5 große Vulkankomplexe: Kverkfjöll, Bárðarbunga und Grimsvötn sind die bekanntesten von ihnen.

Hier zeigt sich in ständiger Bewegung, was Natur im eigentlichen Sinne ist:

Beständigkeit nach außen, kurzzeitig, gemessen an unseren Erinnerungshorizonten. Gleichzeitig ständige Veränderung, die unter Umständen auch heftig und prompt eintreten kann. Nach der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren stieg die Durchschnittstemperatur in Island so weit an, dass die Reste der Vergletscherung abschmolzen. Der heutige Eispanzer ist ungefähr 2500 Jahre alt und resultiert aus einer erneuten Veränderung der klimatischen Bedingungen. Die ersten Siedler Islands konnten diesen Gletscher noch auf ungefährlichen Routen überqueren. Selbst Handelswege verliefen durch dieses Gebiet. Nach weiterer Abkühlung vor rund 1400 Jahren dehnte sich der Gletscher immer mehr aus. Da es im Moment erneut wärmer wird, schmilzt der Gletscher wieder ab. Eine Folge davon ist unter anderem, dass das Gewicht, welches auf der Landmasse lastet, geringer wird. Messungen der geologischen Institute der Universitäten Potsdam und Mainz zeigen, dass sich Land am und um den Gletscher anhebt. Island ist neben seiner vulkanischen Aktivität also immer in Bewegung.

Menü schließen