Die Brücke zwischen den Kontinenten.

Eine Brücke überspannt sinnbildlich die beiden Welten, auf denen Island thront, letztendlich geboren wurde. Es ist eine Metapher, die sehr anschaulich von unserer Erdoberfläche erzählt. Eine lange Geschichte, die zu der Zeit begann, als die Erde erkaltete.

Ein flüssiger Kern umschlossen vom Erdmantel,

dessen äußere Schicht eine Gesteinshülle (Lithosphäre) ist. Diese Gesteinshülle ist ungleichmäßig dick, vor allem keine rundherum intakte Schicht. Sie besteht aus großen und festen Basaltplatten, die durch die von der Konvektion entfachten Strömung des flüssigen Erdinneren bewegt werden. Die unter der Lithosphäre liegende Masse ist äußerst zäh, daher bewegen sich die Kontinentalplatten langsam. Es bildete sich eine feste Landmasse aus. Alle Kontinente, wie wir sie heute kennen, waren in einem großen Ganzen vereint: Der Urkontinent Pangaea umgeben von einem Ozean. Diese Wasserfläche bedeckte etwa siebzig Prozent der Erde. Ein riesiges Inselchen in Unmengen von Wasser war entstanden.

Die immerwährende Konvektion bewegt die unterliegenden Kontinentalplatten.

Sie verschoben sich und damit auch alle über der Erdkruste liegenden Bereiche. Der Urkontinent zerbrach durch diese gewaltig wirkenden Kräfte. Es entstanden in der (längeren) Folge, die heute noch vorhandenen Kontinente: Landmassen, deren Bewegung weiterhin mit den darunterliegenden Kontinentalplatten der Lithosphäre verknüpft ist.

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, es ist ein Teil von ihm.

Dieser gewaltige Gebirgszug liegt größtenteils unter dem Meeresspiegel und umspannt zusammen mit dem Mittelozeanischen Rücken die gesamte Erde. Wenn flüssig gewordenes Gestein aus der Tiefe aufsteigt, kann die Erdkruste aufgeschmolzen werden. Die Konvektion führt dazu, dass die Erdkruste weiter aufreißt. Die Platten trennen sich an diesen Stellen, Magma gelangt immerfort an die Oberfläche und bildet dort in der Tiefe des Ozeans neues Gestein. Damit entsteht neue Erdoberfläche, die die Platten weiter auseinanderdrückt.

Es besteht eine ständige Wechselwirkung:

Magmastrom kommt an die Oberfläche. Neubildung der Erdkruste. Ausgleich der Gesamtfläche durch Verschiebung der „überschüssigen und dichteren“ Erdkruste unter den Erdmantel (Subduktion). Das heißt, die Kontinentalplatte mit der höheren Dichte sinkt bei Zusammenstoßen zweier Platten unter die „leichtere“, die dabei angehoben wird. Damit bleibt die gesamte Landmasse der Erde immer konstant. Durch Island verläuft die Trennungslinie zwischen eurasischer und nordamerikanischer Lithosphärenplatte. Neu abgekühltes Gestein treibt beide Platten immer weiter auseinander. Pro Jahr sind das zwei Zentimeter.

Die Brücke deutet dieses Phänomen an.

Wir liefen von Kontinent zu Kontinent und zurück. Schnell und einfach. Die Dimension, Urgewalt, Kraft und Energie hinter diesem Gleichnis ist hingegen kaum vorstellbar. Links und rechts des Weges gibt es anschauliche Tafeln zur Kontinentaldrift. Das ist das Schöne an Island. Anschauung. Ich stehe vor Phänomenen, die mich schon in Schullehrbüchern zum Staunen gebracht haben. Es ist ein Moment des Glücks, der Erkenntnis, der Verbundenheit mit dem großen Ganzen. Millionen von Jahren haben die Erde zu dem gemacht, was wir heute wahrnehmen können. Ein gestalterischer Prozess, voller Kreativität, der letztendlich nur eins abbildet: Ein großes Streben nach Balance und innerem Gleichgewicht. Dafür eine Brücke, die alles überspannt. Beeindruckend.

Die Brücke zwischen den Kontinenten befindet sich acht Kilometer südlich von Hafnir (425) an der Westseite der Reykjanes Halbinsel.

1 Antwort

  1. Mr WordPress sagt:

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