Die Insel Eldey und der Felsen Karlinn

Ich war mir lange nicht sicher, ob ich hier so kurz vor der südwestlichen Spitze der Halbinsel schon die Insel Eldey erblicke oder ob es doch winzig kleine Eiland dort draußen im Meer ist. Die Ratio sagte mir dann allerdings, dass Entfernungen auf dem Wasser zwar oft kürzer aussehen, aber vierzehn Kilometer ist schon eine lange Strecke.

Eine Schautafel gab Auskunft.

Also war der ganz kleine Felsen dort draußen im Meer Eldey, der größere gut sichtbare nahe trägt den Namen Karlinn. Eine Schautafel erklärte: Karlinn heißt übersetzt Mann und ist einer der vielen Felsen, die sich hier vor der Küste tummeln. Er entstand im Winter 1226/1227 bei dem Ausbruch eines Unterwasservulkanes. Island, eine Nation der Geschichten und Sagas hat auch für ihn eine Erzählung: Die Sturlunga Saga. Dort wird ein Winter erwähnt, an dem es Dunkelheit auch am Tage gab. Unmengen von Asche waren in der Luft und verdunkelten das Sonnenlicht. Tiere starben. Es wird von einer großen Hungersnot in der Folge berichtet. Diese 51 Meter hohe Säule aus Stein ist ein Zeugnis dieser Geschichte.

Der Felsen der Vogelinsel Eldey

wurde vermutlich schon ein paar Jahre vorher 1210/1211 geboren. Sie erhebt sich 77 Meter aus dem Meer und gilt als eine der größten Basstölpelkolonien der Welt. Schon seit dem Jahr 1940 steht sie unter Naturschutz. In jedem Fall ist sie mit 30.000 Brutpaaren die größte auf Island. Jedes Jahr ab April brüten die Vogelpaare hier ihre Jungen aus. Nach der Eiablage dauert es rund 44 Tage, bis die Jungen schlüpfen. Im Herbst wird der Felsen wieder von den Vögeln verlassen.

Auf dieser Insel endete auch die Fortentwicklung des Riesenalks,

eines großen und schweren Vogels, der nicht fliegen konnte. Auf Eldey brütete ebenfalls eine große Alkkolonie. Der Vogel war wohl schmack- und nahrhaft, was ihn zum Liebling der Speisekarte von Walfängern bzw. Fischern machte. Leider pflanzte sich sehr langsam fort, so dass die Art sehr schnell dezimiert wurde. Am 3. Juni 1844 wurde das letzte Riesenalkpaar hier erlegt. Geblieben sind uns heute nur noch ausgestopfte Exemplare, die man in dem einen oder anderen Museum bewundern kann. 

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