Es wird spektakuläres versprochen. Gulfoss.

Ein Hinweisschild im Hotel lockte uns. Ein islandweit bekannter Wasserfall hätte ganz in der Nähe täglich seinen Auftritt. Ein Spektakel das man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Präsentation, die uns versprochen wurden war, führt der Fluss Hvítá durch. 

Gulfoss, Blick von der Plattform

Dieser Wasserfall

ist nicht nur einer der bekanntesten Wasserfälle des Landes. Er formuliert eine Hauptattraktion, günstig im Süden des Landes gelegen. Damit ist er für Ausflügler gut erreichbar. Der Gullfoss begründet seinen Ruf als attraktives, interessantes und spektakuläres Reisziel durch die schiere Menge Wasser, die sich hier den Weg durch die Schlucht bahnt.

Dieser entspringt im Hvítárvatn See,

der vom Gletscher Langjökull, dem zweitgrößten, im westlichen Teil des Hochlands gelegenen Eisfeld Islands, gebildet wird. Die Hvítá fließt ungefähr vierzig Kilometer in südliche Richtung bis sie am Gulfoss in eine enge Schlucht stürzt. 

Der Name Hvítá (weißer Fluss)

ist auf die große Menge Sediment zurückzuführen, welches sie auf ihrem Weg mitbringt. Dadurch wird die Farbe des Wassers milchig trüb und ist nirgends ein durchsichtiger, klarer Strom. Den Parkplatz des Besucherzentrums erreichten wir über die Straße 35. Von hier aus ist der Weg kurz. Noch an der Straße ahnten wir nichts von den Dimensionen, die dieses Schauspiel haben würde. 

Je näher wir kamen,

desto mehr hörten wir vom gewaltigen Rauschen der Wassermassen. Spätestens beim Anblick dieses berühmten Wasserfalls auf Island waren wir von der Gewalt und Kraft des Wassers beeindruckt. Der Aussichtspunkt gestattete uns einen guten Blick auf die beiden Kaskaden des fallenden Gletscherschmelzwassers. Im Sommer stürzen hier 100-180 Kubikmeter pro Sekunde in die Tiefe (Winter 50-110 m³/s). 

Nur um eine Vorstellung zu bekommen:

Ein Kubikmeter Wasser sind eintausend Liter, was dem Gewicht von etwa einer Tonne entspricht. Es ist fast unvorstellbar, wieviel dies ist. Menge und Strömung haben im weiteren Flussverlauf eine stellenweise bis zu siebzig Meter tiefe Schlucht gegraben. 

Wenn ich mich so rund zehn Jahre zurückerinnere,

konnte man der Schlucht über Trampelpfade weiter folgen, existierten keinerlei Absperrungen. Es wurde einiges modifiziert. Die Wege haben Zäune, es ist mehr abgesperrt. Manches ist mehr geleitet, es gibt neue Schilder mit Erklärungen und auch dem Drang nach dem perfekten Selfie wurde Einhalt geboten. 

Ich denke, irgendwann hat es so nicht mehr funktioniert.

Die Menschenmengen, die sich im Sommer auf den Plattformen bewegen, sind einfach viel viel größer geworden. Wenn dann noch vielleicht die Hälfte davon atemberaubende Bilder fotografieren und und den sozialen Netzwerken teilen will, muss irgendwie für mehr Sicherheit gesorgt werden. Verständlich. Es ist eben immer eine Gratwanderung zwischen spektakulärer Natur mit nur minimalen Eingriffen, größtmöglicher Authentizität und Selbstverantwortung, für das, was man tut und dem Schutz von Natur und Besuchern. Wenn eine Destination aus der Nische ins Zentrum rückt, verändert sich eben vieles. 

Zur Beobachtung des Wasserfalls

empfehlen sich festes Schuhwerk und eine wasserdichte Jacke. Über den tosenden Fluten liegt ein dichter Wassernebel. Schon kleinster Wind bläst die Gischt in die Umgebung und auf die Besucher. Den Eindruck den der Gulfoss bei uns hinterlassen, war außergewöhnlich. Diese Show begeistert nicht nur Ingenieure der Strömungsmechanik sondern verdient auch von jedem anderen Teilnehmer Standing Ovations.


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