Seyðisfjörður

Seyðisfjörður

Bei der Planung unserer Islandreise hatten wir alles berücksichtigt,

die Route, die Fahrzeiten und die  Ausflugsmöglichkeiten vor Ort. Allerdings hatte unser Plan eine kleine Lücke, wie wir erst kurz vor  Seyðisfjörður feststellten. Normalerweise sieht die Planung an einem Reisetag so aus: Abreise alte Unterkunft, Anreise neuer Ort. Irgendwie hatte sich der Fehler eingeschlichen, dass wir zwar für den Reisetag die Abreise geplant hatten, die Ankunft erfolgte nach unserer Liste allerdings erst am nächsten Tag. Das mag in großen Städten oder Tourismuszentren kein Problem sein, im Osten Islands ist die Hotelbettenkapazität nicht ganz so flexibel. (Dieses Malheur ist übrigens nie wieder passiert, weil wir seitdem immer auch auf Lücken prüfen…). So kamen wir in Seyðisfjörður an und hofften darauf, dass eine Lösung gefunden werden konnte.

Unser Hotel war sehr klein

(2007 das einzige vor Ort, welches wir von Deutschland aus gefunden hatten) und hatte nur wenige Zimmer. Das Mädchen an der Rezeption war wirklich sehr betrübt, weil alles ausgebucht war, bis sie die rettende Idee hatte. Eine Art Besenkammer mit Bett wäre noch zur Verfügung, wenn wir dies denn wollten. Natürlich nahmen wir an. Es war so eng, dass nicht einmal unsere Koffer richtig Platz hatten, aber wir konnten unsere Nacht in einem Zimmer verbringen. Durch diese gute Nachricht beschwingt, leisteten wir uns in einem kleinen Kaffee den besten Schokoladenkuchen, den wir je in Island gegessen hatten. Es war so skurril. Die Temperaturen lagen bei maximal zwölf bis vierzehn Grad Celsius, sodass wir an dem Tag immer wieder überlegten, ob wir mit oder ohne unsere Jacken laufen bzw. nur ein T-Shirt ausreicht. Vom Café aus sahen wir Kinder, die mit einer Begeisterung im Wasser herumsprangen, badeten und schwammen. Mir war beim Zusehen kalt und gleichzeitig einmal mehr bewusst, dass hier Sommer war. Sonnentage werden in unterschiedlichen Breiten eben völlig verschieden bewertet.

Seyðisfjörður

liegt am Ende des gleichnamigen Fjords an der Ostküste Islands. Je nach Saison kommt (an unterschiedlichen Tagen, mit Rückfahrt am selben oder nächsten Tag) hier einmal die Woche eine Autofähre aus dem dänischen Ort Hirtshals an. Als wir in Seyðisfjörður waren, legten die Fähren Dienstag und Donnerstag an. Danach war der Ort voller Autos, Wohnmobile und Menschen. Für kurze Zeit waren die wenigen Restaurants im Ort belegt. Der größere Anteil der Urlauber fuhr dann am gleichen Tag weiter über den Pass der Hochebene Fjarðarheiði in Richtung der nächstgelegenen Stadt EgilsstaðirWir waren sehr froh, dass wir Seyðisfjörður in unsere Reiseplanung aufgenommen hatten, da dieser kleine Ort mit seinen Holzhäusern sehr sympathisch ist. Kunst und Kultur haben hier eine Heimat und die umgebende Natur, inclusive der vielen Wasserfälle, hat in allen Facetten einen Applaus verdient.

 
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